Achtung! Enthält heftige Spoiler zu Inception! Wer sich dieses Vergnügen immer noch nicht angetan hat, sollte diesen Artikel nicht lesen!
Soo, etwas spät, aber immerhin noch ein Artikel zu Inception.
Christopher Nolan schuf mit Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio einen anspruchsvollen Film, der ausnahmsweise nicht in 3D ist und musikalisch von Hans Zimmer untermalt wurde.
Ob ich mich wohl noch an den Inhalt erinnern kann? Den ersten Abschnitt verbringt der Zuschauer damit, erstmal den Inhalt aufzunehmen und vergeblich zu versuchen, irgendetwas zu verstehen – nach und nach hat man dann das Prinzip. Cobb ist in einem Traum eines Menschen in einen weiteren Traum eingedrungen – bis dieser einstürzte. Nun hat man wohl erst einmal eine kleine Erläuterung, worum es geht – wer die Hauptprotagonisten sind und welche Fähigkeiten sie haben. Es wird aber sofort beim Film nicht nur diese “geschäftliche” Seite gezeigt – eben die, in der die Hauptfigur eigentlich ungesetzliche Dinge tut – in fremde Träume eindringen und Gedanken stehlen – das soll die einzige Möglichkeit gewesen sein, diese Fähigkeit sinnvoll zu nutzen – sondern auch in das persönliche Leben wird geblendet. Man erfährt nach und nach mehr über seine Frau – und seine Kinder. Schon recht am Anfang wird klar, dass er seine Kinder wiedersehen will – doch er braucht Geld, welches er durch einen neuen Auftrag bekommen könnte. Er soll dort eine Inception durchführen, was meint, statt im Traum einen Gedanken zu stehlen, einen einzupflanzen – Cop weiß anscheinend, dass dies wirklich funktioniert. Also wird ein Team zusammengestellt. Dazu gehört ein Architekt, der die Umgebung des fremden Traumes schafft. Also wird eine Studentin eingeweiht – und sie macht ihren Job gut. Das Ziel des Teams ist es also nun, einen Gedanken in einen Menschen einzupflanzen – und dieser Mensch, mit Namen Fischer, soll die Firma seines Vaters erben. Cobbs Auftraggeber steht diese Firma allerdings im Weg, weshalb Fischer davon überzeugt werden soll, sie aufzulösen. Der Plan ist, in Fischers Traum einzudringen und dies dort noch dreimal zu wiederholen. Das Risiko ist, dass wenn man in einer tieferen Traumebene stirbt, nicht in der Realität aufwacht, sondern im Limbus, einer riesigen Traumwelt, in der man Jahrzehnte verbringen kann, während in der Wirklichkeit nur Minuten vergehen. Dazu kommt, dass wenn Dom Cobb sich in einem Traum aufhält, seine verstorbene Frau Mal auftaucht und versucht, ihn an seinem Vorhaben zu hindern – das Rätsel um Mal ist perfekt strukturiert. Man versteht nebenbei nach und nach immer mehr, es wird zu einer wichtigen Angelegenheit. Die Wahrheit ist dann nämlich, dass Dom und Mal Cobb schon mal im Limbus waren und dort ihre eigene Welt erschaffen haben. Doch allmählich kommt es noch dicker: Er hat bei Mal eine Inception durchgeführt – ihr den Gedanken eingepflanzt, die Realität wäre nur ein Traum und man muss sterben um aufzuwachen. Ihnen gelingt es, aus dem Limbus zu erwachen. In der Gegenwart dringt das Team nun in immer tiefere Ebenen ein – und in jeder tieferen Ebene verläuft die Zeit schneller als in der vorherigen. Doch ganz problemlos kann es ja nicht verlaufen – ihr Arbeitsgeber, der mitkam, ist getroffen und liegt im Sterben. In der tieftsen Ebene, in die sie doch noch kommen, wird Fischer nun simuliert, sein Vater würde ihm im Sterbebett sagen, er soll nicht versuchen, seinen alten Weg zu gehen. Im Übrigen haben sich alle ein persönliches Totem angefertigt, um zu erkennen, ob sie in einem Traum sind oder nicht – denn kein anderer kann in seinen Gedanken diesen persönlichen Gegenstand so nachmachen. Mals altes Totem war ein Kreisel, der sich im Traum nie aufhört zu drehen. Der Auftraggeber stirbt und landet im Limbus, wo er später, gealtert, auf Cobb stirbt – dies ist übrigens auch die Eingangsszene des Films – dann erwachen beide und kehren zu den USA zurück, wo Cobb endlich nun wieder zu seinen Kindern kann – kurz bevor er sie sieht, fängt er erneut an, Mals Kreisel zu drehen – es könnte ja ein Traum sein. Dann läuft er zu seinen Kindern. Kurz darauf wird wieder auf den Kreisel geschwenkt, der sich immer noch dreht – recht unwahrscheinlich, Cobb ist also doch noch im Traum, doch einen winzigen Moment, bevor zum Abspann ausgeblendet wird, sieht es kurz so aus, als würde der Kreisel doch noch zur Seite kippen. Man könnte jetzt also selbst entscheiden, wie es weitergeht – ist es noch ein Traum oder kippt der Kreisel wirklich noch um. Ich tendiere zu ersterem, gebe mich mit solchen Gedanken aber eigentlich grundsätzlich nicht ab – der Film ist wirklich genial aufgebaut. Nolan ist auf eine wirklich grandiose Idee gekommen, dass man in tiefere Traumebenen kommen kann, in denen die Zeit schneller vergeht – und das ganze muss natürlich ein Spiel gegen die Zeit sein. Im eigentlichen Showdown des Films, der sich extrem in die Länge zieht, aber dennoch sehr kurzweilig ist, wird gezeigt, wie in Fischers Traum das Team in einem Auto von der Brücke stürzt – alle außer der Fahrer befinden sich allerdings in einem tiefern Traum – einem Hotel. So sieht man dort abwechselnd immer wieder die verschiedenen Ebenen, die sozusagen unterschiedlich schnell verlaufen. Man muss auch dort gelegentlich nachdenken, dazu ist es wirklich brillante Action, auch die Kameraführung gefiel mir recht gut. Auch an Witz fehlt es dem Film insgesamt nicht – immer wieder kommt man ins Schmunzeln, oder gar Lachen. In erwähntem letzten Part des Films ist es tatsächlich geschehen, dass ich plötzlich kein Popcorn mehr gefuttert habe – obwohl noch etwas drin war. Noch etwas zur Musik: Hans Zimmer ist ein Genie – richtig. Dennoch, der Score ist äußert… super! Aber irgendetwas gefällt mir daran doch nicht. Oder sagen wir es so: Ich hätte es anders gemacht. Ich sage jetzt damit nicht, dass dies schlecht oder falsch ist, aber oft würden Szenen eine komplett andere Atmosphäre innehaben, wären sie nicht mit so aufwühlender, geheimnisvoller und gleichzeitig anspannender Musik untermalt.
Fazit: Hm, ein unglaublich, genialer komplexer Film mit recht eindrucksvollen Bildern, die in 3D den Film noch besser gemacht hätten – doch auch so ist er so gut wie perfekt – gute, verteilte Gags, Schockelementen, Action und sehr viel krass gute Spannung.
Im Nachhinein entschuldige ich mich außerdem dafür, dass der Inhalt von mir möglicherweise etwas verdreht wiedergegeben und der Text ungeordnet wurde, hoffe, dass er dennoch Vergnügen beim Lesen bereitet.
Johnny Disney